Katze entwurmen: Wie oft ist eine Wurmkur nötig?
Die kurze Antwort
Wie oft eine Katze entwurmt werden sollte, hängt von ihrem Risiko ab. Die Fachgesellschaft ESCCAP empfiehlt für Wohnungskatzen 1 bis 2 Entwurmungen oder Kotuntersuchungen im Jahr, für Freigänger 4 bis 12 im Jahr, dazu 4 bis 12 Behandlungen gegen Bandwürmer. Ist das Risiko unklar, mindestens viermal im Jahr. Kitten werden ab der 3. Lebenswoche alle zwei Wochen behandelt. Die vorsorgliche Wurmkur ist Vorsorge und nur mit dem dazubuchbaren Vorsorge-Baustein versichert.
Inhalt8 Abschnitte
Wie oft entwurmen? Die Empfehlung nach Risikogruppe
ESCCAP Deutschland, getragen unter anderem von Bundestierärztekammer und Bundesverband Praktizierender Tierärzte, teilt Katzen in zwei Risikogruppen ein:
| Risikogruppe | Typische Katze | Empfehlung pro Jahr |
|---|---|---|
| A | Wohnungskatze: nur drinnen oder im eingezäunten Garten, frisst kaum Mäuse | 1 bis 2 Entwurmungen gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchungen |
| B | Freigänger: Auslauf, Kontakt zu anderen Katzen, jagt | 4 bis 12 Entwurmungen gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchungen, zusätzlich 4 bis 12 Behandlungen gegen Bandwürmer |
Ist unklar, wie hoch das Risiko ist, empfiehlt ESCCAP mindestens viermal im Jahr zu entwurmen oder den Kot zu untersuchen. Ein bis drei Behandlungen im Jahr schützen laut den Studien, auf die sich ESCCAP stützt, nicht ausreichend. Unabhängig davon soll die Katze mindestens einmal im Jahr gründlich tierärztlich untersucht werden.
Besondere Situationen
- Kitten: erste Behandlung mit 3 Wochen, dann alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach der letzten Muttermilch. Bei Freigang monatlich bis zum 6. Lebensmonat. Die säugende Mutterkatze wird mit der ersten Behandlung der Kitten mitbehandelt.
- Kleine Kinder oder immungeschwächte Menschen im Haushalt: Soll eine Ansteckung so weit wie möglich ausgeschlossen werden, monatlich entwurmen. Sonst nach Risiko oder per Kotuntersuchung.
- Ausstellung oder Tierpension: einmal höchstens zwei Wochen vorher und zwei Wochen danach.
- Flohbefall: Flöhe übertragen den Gurkenkernbandwurm. Nach einem Flohbefall wird einmal gegen Bandwürmer behandelt, die Flöhe werden mitbekämpft.
- Katzen, die regelmäßig Mäuse fangen: Ob monatlich gegen Bandwürmer behandelt wird, entscheidest du gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis.
Kotuntersuchung statt Wurmkur?
Gegen Rundwürmer ist eine Kotuntersuchung laut ESCCAP eine gute Alternative zur Entwurmung, in derselben Häufigkeit. Fällt sie positiv aus, wird behandelt. Bei Bandwürmern sind Kotuntersuchungen dagegen unzuverlässig. Ist ein Bandwurmrisiko nicht auszuschließen, empfiehlt ESCCAP deshalb mindestens vier Behandlungen im Jahr.
Welche Würmer bei Katzen vorkommen
- Spulwurm (Toxocara cati): Kitten stecken sich über die Muttermilch an, ältere Katzen über Eier aus der Umwelt, Mäuse oder rohes Fleisch. Die Eier bleiben jahrelang ansteckend.
- Bandwürmer: Am häufigsten ist bei Katzen Hydatigera taeniaeformis, übertragen über Mäuse. Den Gurkenkernbandwurm übertragen Flöhe. Mehr im Ratgeber Bandwurm bei Katzen.
- Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis): Katzen sind dafür eher ungeeignete Wirte und scheiden nur selten Eier aus. Ein Risiko für Menschen ist laut ESCCAP aber nicht sicher ausgeschlossen.
Würmer und Menschen
Einige Katzenwürmer können auch Menschen befallen. Verschluckte Spulwurmeier können bei Menschen, vor allem bei kleinen Kindern, zu wandernden Larven führen. Das verläuft meist mild, kann aber ernst werden, wenn Augen oder Nerven betroffen sind. Der Fuchsbandwurm kann beim Menschen die alveoläre Echinokokkose auslösen, die unbehandelt meist tödlich verläuft. ESCCAP rät zu einfacher Hygiene: Hände waschen, bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen, Katzenkot konsequent entsorgen und kotverschmutzte Stellen und Sandkästen für Kinder meiden.
Was Kotuntersuchung und Wurmkur nach GOT kosten
Die Praxis rechnet nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab und darf den einfachen bis dreifachen Satz berechnen. Das Wurmmittel kommt als Arzneimittel dazu.
Beispiel: Kotuntersuchung und Wurmkur in der Praxis
| GOT-Nr. | Leistung | einfacher Satz | dreifacher Satz |
|---|---|---|---|
| 16 | Allgemeine Untersuchung mit Beratung (Katze) | 23,62 € | 70,86 € |
| 150 | Kotuntersuchung mikroskopisch mit Anreicherungsverfahren | 20,54 € | 61,62 € |
| 210 | Eingeben eines Medikaments | 4,13 € | 12,39 € |
| Summe netto | 48,29 € | 144,87 € | |
| mit 19 % Umsatzsteuer | 57,47 € | 172,40 € |
Zahlt die Versicherung die Wurmkur?
Nur mit Vorsorge-Baustein. Die vorsorgliche Wurmkur zählt bei der Barmenia zu den Vorsorgeleistungen, genau wie Floh- und Zeckenvorsorge. In den „ab“-Preisen ist sie nicht enthalten. Bei Krankenschutz Top und Premium kannst du Vorsorge gegen Aufpreis dazubuchen, die Pauschale zahlt dann im Jahr bis 70 € bzw. 100 €.
Passend dazu: Katze impfen: Welche Impfungen und wie oft?
Häufige Fragen
Wie oft sollte man eine Wohnungskatze entwurmen?
ESCCAP empfiehlt für Wohnungskatzen, die kaum Mäuse fressen, ein- bis zweimal im Jahr eine Entwurmung oder eine Kotuntersuchung.
Wie oft muss ein Freigänger entwurmt werden?
Vier- bis zwölfmal im Jahr gegen Rundwürmer oder per Kotuntersuchung, dazu vier- bis zwölfmal gegen Bandwürmer. Wie oft genau, hängt vom Jagdverhalten und vom Haushalt ab.
Ab wann werden Kitten entwurmt?
Ab der 3. Lebenswoche, dann alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen von der Muttermilch.
Quellen
- ESCCAP Deutschland, Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen, Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 1, Stand 08/2025, Abbildung 2, Tabelle 4, Kapitel 5 und 9.
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15.08.2022, Anlage, Nummern 16, 150, 210.
- Barmenia, AVB Tier-KV A 3688-03 (01/2024), A1 – 3.1.
Gesundheitsinhalte ersetzen keine tierärztliche Beratung.

