Ab wann kann man eine Katze kastrieren?
Die kurze Antwort
Kätzinnen werden mit etwa 4 bis 5 Monaten geschlechtsreif, Kater mit etwa 5 bis 6 Monaten. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) empfiehlt, um diesen Zeitpunkt zu kastrieren, also ab dem 4. bis 5. Lebensmonat. Von einer Frühkastration vor der 16. Lebenswoche rät sie bei Hauskatzen ab. Dass eine Kätzin vorher einmal rollig sein oder Junge bekommen sollte, ist ein Irrglaube. In vielen Städten gilt für Freigänger eine Kastrationspflicht.
Inhalt7 Abschnitte
Der richtige Zeitpunkt
Laut der aktuellen Stellungnahme der TVT (Stand 10/2025) werden Kätzinnen mit 4 bis 5 Monaten geschlechtsreif, Kater mit 5 bis 6 Monaten. Die TVT empfiehlt die Kastration um den Eintritt der Geschlechtsreife. Manche großen Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze werden oft später geschlechtsreif. Den passenden Termin legst du mit deiner Tierarztpraxis fest.
Ältere Empfehlungen nannten auch frühere Zeitpunkte. Die Bundestierärztekammer schrieb 2010, Kätzinnen würden meist mit 3 bis 4 Monaten kastriert. Die TVT hält heute eine Kastration zwischen der 8. und 16. Lebenswoche bei privat gehaltenen Katzen für nicht ratsam, weil sie das Wachstum beeinflusst und die Studienlage nicht ausreicht. Sinnvoll sei sie nur bei frei lebenden Katzen, die später nicht mehr eingefangen werden können.
Muss eine Kätzin vorher einmal rollig sein?
Nein. Dass eine Kätzin vor der Kastration einmal rollig sein oder Junge bekommen sollte, bezeichnet die TVT als Irrglauben. Eine Wohnungskatze, die nicht kastriert wird, kann dauerhaft rollig werden, was für sie Stress bedeutet.
Vor- und Nachteile der Kastration
Vorteile laut TVT:
- Eine Kastration vor dem 6. Lebensmonat kann das Risiko für Gesäugetumoren senken.
- Das Markieren mit Urin nimmt deutlich ab, die TVT nennt rund 85 %.
- Kater kämpfen seltener. Das bedeutet weniger Bissverletzungen und weniger Übertragung von Infektionen wie FIV und FeLV.
- Es gibt keine ungewollten Würfe. Laut Bundestierärztekammer streunen kastrierte Katzen außerdem weniger weit und sind dadurch weniger durch den Straßenverkehr gefährdet.
Nachteile: Kastrierte Katzen neigen eher zu Übergewicht und haben ein höheres Risiko für Diabetes. Mit angepasstem Futter und Bewegung lässt sich gegensteuern. Nach der 16. Lebenswoche hat die Kastration bei gesunden Katzen laut TVT grundsätzlich keine schwerwiegenden Nachteile.
Kastration oder Sterilisation?
Bei der Kastration werden die Keimdrüsen entfernt, also Hoden oder Eierstöcke. Bei der Sterilisation werden nur Samen- oder Eileiter durchtrennt. Die Hormone bleiben dann erhalten und damit auch Rolligkeit und Markieren. Von einer Unfruchtbarmachung mit Hormonchip rät die TVT ab.
Kastrationspflicht für Freigänger
Eine bundesweite Kastrationspflicht gibt es nicht. Das Tierschutzgesetz erlaubt den Landesregierungen aber, in Gebieten mit vielen frei lebenden Katzen den Freigang fortpflanzungsfähiger Katzen zu beschränken und eine Kennzeichnung und Registrierung vorzuschreiben (§ 13b Tierschutzgesetz). Paderborn hat 2008 als erste Stadt eine Kastrationspflicht eingeführt, laut Deutschem Tierschutzbund galt 2023 in rund 11 % der Gemeinden eine solche Regel. In Berlin gilt seit Juni 2022 eine Katzenschutzverordnung für das ganze Stadtgebiet: Fortpflanzungsfähige Katzen ab fünf Monaten dürfen nur kastriert, gechippt und registriert nach draußen. Ob bei dir eine Pflicht gilt, erfährst du bei deiner Stadt oder Gemeinde.
Was die Kastration kostet und wann die Versicherung zahlt
Nach der Gebührenordnung für Tierärzte kostet die Kastration eines Katers mit Untersuchung und Narkose rund 102 € bis 305 €, die einer Kätzin rund 133 € bis 398 €, jeweils mit Umsatzsteuer und ohne Medikamente. Die Rechnung im Detail steht im Ratgeber Katze kastrieren: Kosten nach Gebührenordnung.
Eine Kastration ohne medizinischen Grund ist Vorsorge. Sie ist nur über die Vorsorge-Pauschale versichert, die du bei Krankenschutz Top und Premium gegen Aufpreis dazubuchen kannst (bis 70 € bzw. 100 € im Jahr). Ist sie wegen einer Erkrankung nötig, zahlen OP-Schutz und Krankenschutz nach einer besonderen Wartezeit von sechs Monaten. Im Tarif Premium Plus gibt es einmalig einen Zuschuss von bis zu 150 € für die Kastration, ohne Abzug der Selbstbeteiligung.
Passend dazu: Katze chippen: Kosten und Pflicht
Häufige Fragen
Ab wann kann man eine Katze kastrieren lassen?
Die TVT empfiehlt die Kastration um den Eintritt der Geschlechtsreife, also ab dem 4. bis 5. Lebensmonat. Bei großen Rassen oft etwas später.
Ab wann kann man einen Kater kastrieren?
Kater werden laut TVT mit 5 bis 6 Monaten geschlechtsreif. Um diesen Zeitpunkt herum wird kastriert.
Kann man eine ältere Katze noch kastrieren?
Ja. Nach der 16. Lebenswoche hat die Kastration bei gesunden Katzen laut TVT grundsätzlich keine schwerwiegenden Nachteile.
Quellen
- Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, Stellungnahme Kastration von Katzen, Stand 10/2025.
- Bundestierärztekammer, Katzenjammer verhindern: durch rechtzeitige Kastration (Pressemeldung 2010).
- Deutscher Tierschutzbund, Bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen rechtlich möglich, 31.08.2023.
- Senatsverwaltung Berlin, Katzenschutzverordnung.
- Tierschutzgesetz § 13b.
- Barmenia, AVB Tier-KV A 3688-03 (01/2024), Teil A Abschnitt 1 Ziffer 2.3 und A1 – 3.1; AVB Tier-OP Premium Plus A 3856-02, Ziffer 2.7.
Gesundheitsinhalte ersetzen keine tierärztliche Beratung.

